Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden, die in der Geschichte der Medizin überliefert wurden. Durch den Aufschwung der modernen Medizin und zurückgehende Bestände in der Natur geriet die Egelbehandlung jedoch immer mehr in den Hintergrund. Heute steht der medizinische Blutegel (dazu gehören die Arten: Hirudo medicinalis, Hirudo verbana und Hirudo orientalis) unter Artenschutz. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Züchter, die Blutegel für den medizinischen Bedarf züchten dürfen, da die Egel nach § 4 Abs.1 des Arzneimittelgesetzes als Fertigarzneimittel gelten. Somit unterliegen sie den gleichen Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit wie alle zulassungspflichtigen Arzneimittel.

Der medizinische Blutegel verfügt über drei Zahnleisten mit über 80 winzigen Kalkzähnchen. Sein „Biss“ ist nahezu schmerzfrei und setzt über den Speichel eine Kombination aus verschiedenen entzündungshemmenden, gerinnungshemmmenden, durchblutungsfördernden, antimikrobiellen und schmerzstillenden Wirkstoffen frei.

Deshalb kann eine Blutegeltherapie bei vielen verschiedenen Erkrankungen eingesetzt werden, wie z.B. Arthritis, Arthose, Hufrehe, Erkrankungen des Bänder-, Sehnen- und Muskelapparates, Gallen, Hufrollenerkrankungen, Wirbelsäulenerkrankungen, Ekzeme, Narbenprobleme, Hämatome oder auch Zahnerkrankungen.

Die Behandlung eines Pferdes dauert in der Regel ca. 60 – 90 Minuten. Die Lokalisation und Anzahl der eingesetzten Blutegel richtet sich nach der Art der Erkrankung und wird für jeden Patienten individuell ermittelt. Eine längere Nachblutung der Bissstelle (ca. 2 – 24 Std.) ist wünschenswert und fördert den Heilungsprozess. Nebenwirkungen treten nur sehr selten auf. Häufig ist eine lindernde Wirkung rasch nach der Behandlung zu beobachten. In vielen Fällen ist bereits eine einmalige Behandlung ausreichend und die Wirkung hält über einen längeren Zeitraum an. Manchmal ist aber auch eine Nachbehandlung notwendig oder es macht Sinn, die Blutegeltherapie mit anderen Therapien wie z.B. der Homöopathie zu kombinieren.